Raum und Bau

 



Neumühlenwehr Chemnitz

Die Geschichte von Wasserwehranlagen am Standort des heutigen Walzenwehrs reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Mit dem im Jahr 1357 an die Stadt Chemnitz ausgestellten Privileg zur Errichtung einer Landesbleiche am Chemnitzfluß wurde der Grundstein für die Entwicklung zur Stadt der Textilindustrie gelegt. Infolge entstanden eine Reihe von Walken entlang des Chemnitzflusses. Sie befanden sich neben den Mühlen, von denen eine die in den Jahren 1546 bis 1552 erbaute "Neumühle" war. Sie leitete das Triebwasser an einem Wehr aus der Chemnitz in den "Neumühlgraben" aus.

Im Mai 1928 erhielt die Stadt Chemnitz die wasseramtliche Genehmigung zur Beseitigung des alten Neumühlenwehres und zum Neubau eines Walzenwehres. In den Jahren 1928/29 wurde das Wehr zur Brauchwasserentnahme für die Kondensatoranlage durch die Siemens-Bauunion Berlin errichtet. Die Walzenwehrverschlüsse lieferte die Firma Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN).

Bis zur Stilllegung des alten Elektrizitätswerkes in der Nordstrasse im Jahre 1969 infolge der Inbetriebnahme des neuen Heizkraftwerkes Nord blieb das Walzenwehr in Betrieb. Das Wehr war nun Teil der zentralen Kälteversorgung öffentlicher Gebäude im Stadtzentrum mit der Erzeugeranlage im Gelände des ehemaligen Eltwerkes. Nach grundlegender Umgestaltung der Kälteerzeugungsanlagen im Jahre 1992 geht auch die Brauchwasserentnahme außer Betrieb. Der Stau wird durch das Hochfahren der Walzen aufgehoben.

Das Ziel unserer Planung ist der Erhalt und die Sanierung des Walzenwehrs als Technisches Denkmal und selbstverständlicher Bestandteil für die Stadt Chemnitz.

(Februar 2004)

Auftraggeber
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement
Freistaat Sachsen

Beteiligte
Dr.-Ing. Heinrich Ingenieurgesellschaft (Wasserbau)