Raum und Bau

 



Passivhauskrippenhaus in Vaterstetten

Die Gemeinde Vaterstetten hat am nordwestlichen Ortsrand einen Neubau für ein 5-gruppiges Krippenhaus als Passiv-haus realisiert. Nach 18 Monaten Bauzeit konnte im Oktober 2013 das Haus an den Nutzer übergeben werden.

Der im Grundriss klar gegliederte, zweigeschossige, nahezu quadratische Baukörper ist nicht unterkellert. Er rückt im Norden von der Verlängerung des Birkenweges ab um Fläche den ruhenden Verkehr zu schaffen. Die Erschließung erfolgt über eine Vorzone, als eingezogene Ecke im Nordwesten des Gebäudes, bietet einen ersten Schutz und verknüpft die Freifläche mit dem Innenraum.

Der galerieartig angelegte Innenbereich schafft einen Ort der Sammlung und Orientierung. Durch ein großzügiges Oberlicht werden die verschiedenen Tages- und Jahreszeiten im Herz des Krippenhauses spürbar gemacht, es entsteht eine multifunktional nutzbare Fläche als zusätzliches Angebot über zwei Ebenen.

Windmühlenflügelartig angeordnete Raumkuben sind durch Flurachsen verbunden, wechselnde Blickbeziehungen und eine Verzahnung mit dem Garten sind das Ergebnis. Innen- und Außenraum gehen scheinbar ineinander über. Die klare Gliederung der Räume zu maßstäblichen Gruppen fördert die Identitätsbildung. Eine differenzierte Farbgebung der Tischlereinbauten schafft eine individuelle Erkennbarkeit im Gesamten bei gleichzeitig großer Transparenz zu den Freiräumen.

Es kommen eine dem Ort und der Bauaufgabe angemessene Formensprache und bewährte Materialien zur Anwendung. Bewusstsein und Wertschätzung der Qualitäten regionaler, traditioneller Architektur bilden die Grundlagen für das architektonische Konzept. Die gewählte Baustruktur wird eine eventuelle spätere Änderung der Raumaufteilung im Innern, ohne Veränderung der Tragstruktur zulassen.

Neben den Aspekten der Gestaltung, Funktionalität und Nachhaltigkeit ist insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes von hoher Bedeutung. Im Sinne einer ganzheitlichen Lebenszykluskostenbetrachtung, wurde ein Gebäude entwickelt, das durch entsprechende konzeptionelle und technische Maßnahmen ein optimiertes Verhältnis von Investitions-, zu Betriebskosten aufweist. Das Materialkonzept berücksichtigt, dass mit einem möglichst geringen Einsatz von Energie und Ressourcen, die höchstmögliche Gesamtwirtschaftlichkeit, Behaglichkeit und Architekturqualität erzielt wird.

Bauherr
Gemeinde Vaterstetten

Fertigstellung
Oktober 2013

VOF-Lösungsvorschlag
1. Rang

Kenndaten
Leistungsphasen: 1 bis 9 HOAI 2009
Gesamtbaukosten: 3.650.000 EUR
Energie-Standard: Zertifiziertes Passivhaus
BRI: 6.322 m³
BGF: 1.523 m²
Nutzfläche: 1.312 m²

Projektbearbeitung
Christian Beyer-Galindo, Tina von Lange, Alexander Niebler, Holger-Michael Roth, Martin Werner